Schule Höri

«Schule heute und früher», Augenschein in der 3. Klasse der Primarschule Höri.

Was macht unsere Schule aus? Wie war die Schule eigentlich früher? Mit welchen Materialien haben die Kinder früher gelernt? Diesen und anderen Fragen gehen die Kinder der 3. Klasse im Moment im Fach NMG (Natur, Mensch, Gesellschaft) nach. Das historische Lernen auf der Pri-marstufe beinhaltet die Auseinandersetzung mit der Lebenswelt von «früher» sowie die Reflexion über die eigene Lebenswelt im Vergleich zur früheren. Zunächst muss aber mal das Wort «früher» erfasst werden; wieviel früher gingen unsere Eltern zur Schule? Und unsere Grosseltern? Welches Jahr war vor 100 Jahren? Diese «Arbeit am Wort» und mit dem Zeitstrahl bildet den Startschuss für die weitere Spurensuche im Schulwesen der vergangenen zwei bis drei Generationen.


Schule heute und früher

Arbeit am Wort «früher» mittels eines Zeitstrahls.

Um herauszufinden, wie die Schule vor 100 Jahren war, haben wir Texte gelesen und einen Film angeschaut, in dem eine Schullektion wie vor 100 Jahren nachgespielt wird. Hier ein paar Ant-worten auf die Frage: «Wie war die Schule vor hundert Jahren?»

«Es gab Körperstrafen, die heute verboten sind. Es war sehr streng. Die Kinder mussten sogar aufstehen, um eine Frage der Lehrerin zu beantworten. Wenn sie das nicht gemacht haben, hielt die Lehrerin sie (die Kinder) für frech. Wenn einer zu spät kam, musste er/sie auf einem Holz-scheit knien.»

«Die Schule früher war sehr mühsam. Dort hatte man sogar Körperstrafen und dort hatte man kein Papier. Sie mussten mit Tafeln und Kreiden schreiben und das war mühsam.»

«Wenn ein Kind einen Fehler machte, gab der Lehrer eine Strafe. Die Lehrer dachten, die Strafen sollen etwas bewirken, z.B. wenn jemand seine Fingernägel nicht sauber hatte, musste er auf ein Holzscheit knien.»

Es fällt auf, dass das Thema Strafen/Körperstrafen die Kinder beschäftigt. Auch schätzen sie, dass sie nicht mehr auf Schiefertafeln schreiben müssen und nicht mehr aufstehen müssen, wenn sie der Lehrperson eine Antwort geben. Die Klasse hat sich auch Gedanken darüber ge-macht, warum eigentlich jedes Kind zur Schule gehen muss. Hier einige Antworten:

«Damit die Kinder lernen und später einen guten Beruf und ein gutes Leben haben. Jedes Kind im Alter von sechs Jahren hat die Pflicht und das Recht in die Schule zu gehen.»

«Weil sie üben müssen, z.B. Mathe, Deutsch, Musik, Sport, Handarbeit, Natur/Mensch/Gesell-schaft, Religion/Kultur/Ethik, Zeichnen und noch mehr. Die Kinder müssen Deutsch lernen und noch andere Sprachen. Sie müssen Schreiben lernen und die Stifthaltung üben. Sie müssen ler-nen, sich nicht zu prügeln und mit anderen Kindern umzugehen.»

«Damit sie Wissen und Erfahrungen sammeln. Damit sie später eine Berufslehre finden.»

Diese Warum- Frage ist wichtig und soll mit einer möglichst nachhaltigen Wirkung beantwortet werden. Es geht dabei aber nicht nur um die Lehre und den Beruf, sondern allgemein um das Lernen als Mittel und Zweck, sich in unserer Gesellschaft zurecht zu finden und partizipieren zu können. Wir sprechen noch nicht über Schullaufbahnentscheide. Den Sinn und Zweck der Schule zu verstehen ist eines der Ziele dieser Unterrichtseinheit. Es wäre schön, wenn die Kinder zur Einsicht kämen, dass sie nicht nur zur Schule gehen müssen, sondern dürfen.

Und zum Schluss noch die Frage: «Was gefällt dir an deiner Schule?»

«Mir gefällt an meiner Schule, dass es nicht mehr so streng ist wie früher und dass die Schule ein bisschen Technik hat. Es gefällt mir aber auch, dass es viele Kinder hat. In Höri hat es eine Bibli-othek voller spannender Bücher.»

 


Schule heute und früher

«Schule heute und früher» Schreibtechniken im Laufe der Zeit.
Martin Bundi