Schule Höri

Verhandlungen

Schulpflegesitzung vom 27.08.2019

Die Schulpflege beschliesst:
Die Anschaffung von Beamern für Klassenzimmer und Singsaal, Tranche 3 und 4
Den Bericht der Revisionsstelle zum Bilanzanpassungsbericht per 1.1.2019


Aktuelles

Wir Lotsen Frauen sind für die Kinder bei Wind, Regen, Schnee und Sonnenschein da, um sie sicher über die Wehntalerstrasse zu bringen!

Hier müssen die Kinder warten, bis die Lotsenfrau das OK gibt!

Mitteilungsblatt Oktober 2019
Mitteilungsblatt Oktober 2019

Erst wenn die Autos stehen,
dürfen die Kinder über die Strasse gehen! Nie rennen!

Mitteilungsblatt Oktober 2019

Euer Lotsenteam


Der tägliche Schulweg – eine unwiederbringliche Kindheitserfahrung

Im Migros-Magazin vom 5. August 2019 wurden Kinder mit besonderen Schulwegen portraitiert. Drei Geschwister aus Frutigen BE überqueren auf ihrem zehn Kilometer langen Weg eine Hän-gebrücke, deren Anblick einem schon Schwindel verursacht. Eine Gymnasiastin geniesst täglich den Wind in den Haaren bei der Fahrt mit dem Schiff über den Zürichsee. Einige Kinder aus
Chalais im Wallis schaukeln mit der Gondel zur Schule im höher gelegenen Nachbardorf.

Unsere Schulkinder aus Höri haben – aus der Erwachsenensicht – einen weniger spektakulären Schulweg. Für die Kinder ist der Schulweg aber immer etwas Besonderes, und sie erleben täglich unzählige kleine Abenteuer, die ihr Leben genauso bereichern und sie ebenfalls fördern wie der Schulunterricht. Wichtig ist, dass Sie als Eltern Ihrem Kind diese «ersten Schritte in die grosse Welt» zutrauen, es dabei unterstützen und über seine Erlebnisse reden. Oft ist der Milan, den das Kind auf dem Weg gesehen hat, der kleine Streit, den es mit dem Nachbarskind gehabt und gelöst hat, das Geheimnis, das es mit der Freundin/dem Freund geteilt hat, für das Kind wichtiger (und manchmal auch lehrreicher) als die kommende Schulstunde. Rechnen Sie unbedingt genügend Zeit ein, damit das Kind den Käfer beobachten, das Wochenenderlebnis fertig erzählen oder das Hüpfspiel beenden kann, bevor es die Schulglocke von Weitem hört und losrennen muss.

Zoé Moody, Professorin an der Pädagogischen Hochschule Wallis, wurde im obenerwähnten Magazin in einem zweiseitigen Interview über diese wichtigen Schritten zur Selbständigkeit be-fragt. Sie erachtet den Schulweg als enorm wichtig, damit die Kinder Zusammenhänge verstehen lernen, die über die Schule und die Familie hinausgehen, dass sie Autonomie entwickeln oder auch um Freundschaften zu knüpfen und zu pflegen oder Regeln auszutesten. Kinder, die regel-mässig in die Schule gefahren werden, können weniger gut Entscheidungen treffen, da ihnen diese Autonomie verwehrt wird. Ihnen fehlt der Umgang mit anderen Kindern, die sie weniger gut kennen, sie können sich auf dem Heimweg nicht austoben oder sich mit «Gspänli» darüber aus-tauschen, was gerade in der Schule passiert ist. Zoé Moody rät den Eltern, ihren Kindern diesen Freiraum unbedingt zu geben. «Das ist die beste Basis, um viele Kompetenzen fürs Leben auf-zubauen.»

Uns allen ist bewusst, dass dieses erste Loslassen ein grosser Schritt ist, für das Kind und für die Eltern. Man kann diesen Schritt auch in kleinere Schrittchen aufteilen und das Kind immer weni-ger weit (zu Fuss!) begleiten, bis es den ganzen Weg stolz alleine mit seinen Kollegen und Kolle-ginnen meistert. Klopfen auch Sie sich auf die Schultern, wenn Sie es nur noch bei der Haustür verabschieden und es sich alleine in seine neue Welt begibt. Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein grosser Schritt für das junge Menschlein, das Sie ins Leben begleiten!
Maja Thomen