Schule Höri

Ein Tag im Türmlihus-Kinderhort

Kurz nach elf Uhr: Ein paar Schulkinder stürmen mit dem Thek ins Türmlihaus. Im ersten Stock werden sie von der Hortleiterin, Frau Del Yerro persönlich begrüsst. Sie nimmt sich Zeit, bewundert eine mitgebrachte Zeichnung, setzt sich auf die Garderobenbank und hört sich ein Erlebnis eines Kindes aus der Pause an.
Inzwischen sind die ersten Kinder schon im grossen Hortraum verschwunden und messen sich eine Weile am Fuss-ball-Töögeli-Kasten. Später versuchen zwei, ein angefangenes Puzzle weiter zu vervollständigen, während die Hortleiterin als «Kundin» von der kleinen Verkäuferin des Verkaufsladens bedient wird.

Blockzeitenbetreuung nennt sich diese Zeit am Vormittag. Sie ist für Kinder gedacht, die von 8.10 Uhr bis 9 oder von 11 Uhr bis zum Mittag keinen Unterricht haben. Dieses Angebot ist für Eltern unentgeltlich.

Schon bald riecht es aus dem Esszimmer mit der offenen Küche verführerisch nach Mittagessen. Die Köchin, Frau Ruef, kocht heute geschnetzeltes Pouletfleisch an Currysauce mit Jasminreis und Erbsen. Im Treppenhaus wird es lebendig: Eine ganze Gruppe von Schülerinnen und Schülern kommt zusammen zum Mittagstisch. Nach dem Händewaschen sitzen bald alle um einen grossen Tisch. Das gemeinsame Essen und Trinken spielt im Zusammenleben im Hort eine bedeutende Rolle. Die Kinder aus verschiedenen Klassen kennen sich, sie treffen immer am gleichen Wochentag hier zum Mittagessen zusammen. Die beiden Frauen schöpfen den Kindern das Essen in die Teller. Diese entscheiden selber, wie viel und wovon sie essen möchten.
Frau Del Yerro sagt: «Wir motivieren die Kinder auf spielerische Weise, auch einmal etwas Neues zu probieren und zwischendurch auch etwas Salat und Gemüse zu essen. Die gemeinsame Zeit am Esstisch soll Freude bereiten und genussvoll sein.»

Nach dem Essen helfen die Kinder beim Abräumen des Geschirrs. Händewaschen und Zähneputzen nach dem Essen gehören auch im Hort dazu.
Danach stehen verschiedene Spielmöglichkeiten offen. Einige gehen auf dem Schulareal Fussball spielen. Andere basteln im grossen Hortraum oder spielen noch eine Weile mit Lego, Puppen, im Verkaufsladen oder mit den kleinen Autos. Man kann sich auch in ein Buch vertiefen oder in einer Gruppe ein Karten- oder Brettspiel spielen.

Nicht allen fällt es leicht, dass sie in dieser halben Stunde kein Bildschirm-Gerät nutzen können, mit dem sie chatten, gamen oder Filme schauen könnten. Frau Del Yerro sagt dazu: «Es ist uns wichtig, dass die Kinder die Freizeit zusammen nutzen, miteinander etwas spielen oder sich bewegen können.»
Etwa um 13.20 Uhr verabschieden sich die Kinder wieder und gehen in den Kindergarten oder in die Schule.

Frau Del Yerro berichtet:
Der Türmlihus-Kinderhort ist ein Angebot, das unabhängig von der persönlichen und beruflichen Situation der Eltern genutzt werden kann. Die Bedürfnisse der Familien ändern sich. Väter und Mütter, welche Familie und Beruf unter einen Hut bringen wollen oder finanziell dazu gezwungen sind, können Betreuung während der unterrichtsfreien Zeit beanspruchen, welche durch den Hort gewährleistet werden kann. Die Aufgaben des Hortes umfassen neben der Betreuung auch die Bildung und Erziehung der Kinder.
Der Türmlihus-Kinderhort ist eine pädagogische Einrichtung, die ab dem Kindergarten bis zum Ende der Primarschule (6.Klasse) besucht werden kann. Es ist ein Ort, an dem die Kinder nach der Schule so lange professionell betreut werden, bis ihre Eltern von der Arbeit zurück sind.
Der Hort legt grossen Wert auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Schule, Hort und Familie.

Wir strukturieren den Tag, damit wir den Kindern genügend Sicherheit geben sowie Spiel– und Lernräume gewähren können.
Die Wochentage und einzelnen Module können von den Eltern flexibel gewählt werden. Die gewählten Module werden regelmässig besucht und sind kostenpflichtig.

In der Nachmittagsbetreuung verbringen die Kinder je nach Stundenplan den ganzen Nachmittag oder nur ein paar Stunden im Hort. Die Nachmittagsbetreuung wird von von Frau Lehmann oder von mir geleitet und beinhaltet freies Spiel und Gesellschaftsspiele, sowie geführte Aktivitäten wie basteln, malen usw. Wir benutzen auch den Aussenbe-reich des Schulareals, die grosse Wiese zum Fussballspielen oder für andere Ballspiele sowie den Spielplatz mit Klettergerüst. Auch animieren wir die Kinder zu verschiedenen Umgebungs-Spielen, wie z.B. Verstecken oder Fangis machen, zu Springseil, Gummitwist und vielem mehr.
Gegen 15.30 Uhr kommen die Kinder dazu, die am Nachmittag Unterricht hatten und für die zweite Hälfte des Nachmittags im Hort angemeldet sind. Zuerst gibt es für alle ein gemeinsames Zvieri. Danach machen die einen Hausaufgaben am grossen Tisch im Esszimmer, andere spielen im grossen Raum. Etwa ab 16.15 Uhr sind wir meist nochmals draussen. Dann gehen die ersten Kinder nach Hause. Mit der kleineren Gruppe machen wir oft nochmals ein Spiel, bevor um 18 Uhr die letzten Kinder nach Hause gehen. Manchmal ergibt sich noch ein kurzes Gespräch mit einer Mutter oder einem Vater, welche nach der Arbeit auf dem Heimweg ihre Kinder abholen.

Der Tagesablauf gibt den Kindern Sicherheit und Geborgenheit im Alltag und die täglichen Rituale dienen als Orientierung.
Das Ziel des Türmlihus-Kinderhortes ist, dass die Kinder sich bei uns wohl und geborgen fühlen und dass ihre Eltern in Ruhe arbeiten gehen können.

M. Del Yerro, Leiterin Türmlihus-Hort und C. Schudel, Schulleiter